Autonome Fettspender

Einzelpunkt-Schmiersysteme (Schmierstoffgeber / Autonome Fettspender)


Bilder: Modelle PULSARLUBE 250 M und 250 EX

Schmierstellen, besonders solche, die schwer zugänglich oder deren Versorgung sonst wie schwierig oder kritisch ist, werden in der industriellen Praxis häufig mit so genannten Schmierstoffgebern versorgt.

Dabei handelt es sich um autonome, also selbständige, unabhängige Systeme, die einen begrenzten Schmierstoffvorrat, eine Fördereinrichtung und eine Steuerung beinhalten. Im Rahmen der möglichen Einstellungen und mit der Begrenzung des möglichen Schmierstoffvorrates kann eine Schmierstelle damit über einen gewissen Zeitraum automatisch mit Schmierstoff versorgt werden. Durch die permanente oder zyklische Nachschmierung wird frischer Schmierstoff in das Lager bzw. an die Reibstelle gefördert. Der Druckaufbau zur Förderung des Schmierstoffes geschieht entweder mechanisch durch eine elektrisch (Batterien) angetriebene Pumpe oder durch elektro-chemisch erzeugten Gasdruck.

Die am Markt angebotenen Modelle unterscheiden sich aber nicht nur in den Antriebs-Konzepten. Auch in einigen anderen wichtigen Kriterien sind diese Schmierstoffgeber unterschiedlich, z.B. in der Größe des Schmierstoff-Vorrates, in den einstellbaren Entleerungszeiträumen oder der Korrekturmöglichkeit der Einstellungen während des Betriebes.

Die nachfolgenden Ausführungen soll Ihnen eine Orientierung geben über die von uns erhältlichen Schmierstoffgeber. Wir vertreiben nur die elektro-mechanischen Varianten der Schmierfettgeber.

Antriebsart

Bei den elektro-mechanischen Systemen erfolgt der Druckaufbau durch mechanische Elemente (Pumpe, Verdränger). Die benötigte Energie wird durch die Batterien geliefert. Es gibt auch die Möglichkeit der externen Stromversorgung und somit der Maschinenlauf abhängigen Regelung.

Nach der Montage des Gebers schaltet man den Geber ein und stellt die gewünschte Entleerungszeit ein, zum Beispiel 6 Monate.

Fettvorrat und Betriebsbedingungen

Der Schmierstoffvorrat ist typenabhängig unterschiedlich. Unsere Varianten besitzen Füllmengen von:

Modell EASYLUBE Modell 150 mit 150 ccm Füllmenge
Modell PULSARLUBE Modelle 250 M and 250 EX mit 250 ccm Füllmenge

garantierte dauerhafte Einsatztemperatur -10°C bis +50°C
Förderdruck bis zu 10 bar (EASYLUBE) bzw. 20 bar (PULSARLUBE)
auswechselbare Fettkartuschen
Gut ablesbare, benutzerfreundliche Anzeige und Füllstandskontrolle
Anschlüsse: 1/2“ (EASYLUBE) bzw 3/8“ (PULSARLUBE)


Bild: Modell EASYLUBE

Einstellbare Entleerungszeit

Die Entleerungszeit bzw. Spenderate wird vor oder bei der Montage des Schmierstoff-Gebers eingestellt.
Je nach Modell können Zeiträume zwischen 1 Tag und 12 Monaten eingestellt werden.

Änderung der Einstellung im Betrieb

Die Geräte erlauben eine Einstellung durch den Betreiber. Die Einstellung der Geräte kann in der Regel auch während des Betriebes verändert werden.

Hinweis:

Die eingestellte Entleerungszeit und die theoretische Förderrate können im Einzelfall durchaus abweichen von den tatsächlichen Ergebnissen. Die Betriebsbedingungen, die Förderbarkeit des Schmierstoffes in Abhängigkeit von der Temperatur, die Gegendrücke bzw. Fließwiderstände und andere Kriterien können dazu führen, dass im praktischen Einsatz höhere oder niedrigere Förderaten und Einsatzdauern erreicht werden als eingestellt. Bei den elektro-mechanischen Fettgebern sind die Abweichungen in der Regel gering. Sollte dennoch aufgrund vorherrschender Bedingungen eine Korrektur der Einstellungen sinnvoll erscheinen, so sollte das Schmiersystem diese Änderungen mit geringem Aufwand erlauben.

Förderdruck

Bei Einzelversorgung der Schmierstellen genügt ein geringerer Förderdruck des Fettgebers, da nur der Fließdruck des Fettes, der Rohrreibungswiderstand und der Gegendruck der Schmierstelle überwunden werden müssen.

Einige Hersteller empfehlen ihre Geräte auch für die gemeinsame Versorgung von mehreren Schmierstellen. Dabei wird die geförderte Schmierstoffmenge über eine Verzweigung oder einen Verteiler aufgeteilt und den angeschlossenen Schmierstellen zugeführt.

Bei einer gemeinsamen Versorgung mehrerer Schmierstellen kommt ggfs. der Druckverlust des Verteilers hinzu. Das macht einen deutlich größeren Förderdruck notwendig.

Um den Schmierstoff aus dem Fettgeber gegen den Fließwiderstand und über den Schmierkanal oder die Schmierleitung und ggfs. einen Verteiler gegen den Innendruck der Schmierstelle zu fördern ist ein ausreichender Förderdruck erforderlich. Bei ausreichender Dimensionierung der Leitungen (mit guter Weite und nicht zu langen Leitungslängen) und gut förderbaren Schmierfetten reichen in der Regel Förderdrücke von 2-3 bar aus.

Bei längeren oder engen Leitungen, tiefen Temperaturen oder schlecht förderbaren Schmierstoffen sind deutlich höhere Förderdrücke nötig. Nur einige (und zwar die elektro-mechanisch angetriebenen) Systeme erreichen höhere Drücke. Die hier vorgestellten Systeme erreichen bis zu 20 bar Förderdruck.

Druckbeaufschlagung des Schmierstoffes

In den normalen Anwendungsfällen der industriellen Schmierung ist es vorteilhaft, der Reibstelle häufiger kleine Schmierstoffmengen zuzuführen. Eine hohe Nachschmiermenge in großen zeitlichen Abständen ist weniger gut.

Eine häufige oder gar anhaltende Druckbeaufschlagung eines Schmierfettes birgt jedoch das Risiko, dass die Fettstruktur gestresst wird und eine erhöhte Ölabscheidung und eine partielle Verhärtung des Schmierfettes eintritt. Dies kann die Funktion des Schmierstoffgebers beeinträchtigen und die Förderung im schlimmsten Fall unterbinden.

Daher ist ein System zu bevorzugen, bei dem der Aufbau des Förderdruckes diskontinuierlich nur zu den eingestellten Schmierimpulsen erfolgt. Dies ist bei unserenen angebotenen Systemen der Fall.

Der Durchmesser der Schmierleitung sowie die Leitungslänge sollen so bemessen werden, dass die Verweilzeit des Fettes im Schlauch / in der Leitung angemessen gering ist. Andererseits ist ein zu geringer Schlauchquerschnitt negativ für den Druckverlust bei der Fettförderung.

Wiederverwendbarkeit

Die hier angebotenen Geräte erlauben eine mehrfache Verwendung. Dabei werden dann lediglich der Schmierstoffvorrat und die Batterien ausgetauscht bzw. erneuert. Die mechanischen Komponenten und das Gehäuse verbleiben an der Schmierstelle werden wieder verwendet.

Dies erledigt in der Regel der Betreiber selbst. Dazu werden von uns die benötigten Servicepacks angeboten, die neue Batterien und / oder die neue Schmierstofffüllung beinhalten.

Schmierstoffsorte

Alle Anbieter haben sich für ein Standardprogramm von Schmierstoffen entschieden. Bei Wahl eines Schmierstoffes aus dem Standardprogramm sind die Geber einzeln erhältlich.

Wenn man als Kunde für die Füllung ein Sonderprodukt wählen möchte, zum Beispiel einen Schmierstoff, den man generell in der Instandhaltung verwendet, dann ist dies in der Regel nur gegen Mehrpreis und mit einer höheren Mindestabnahme möglich.

Ex-Schutz

Spezielle Varianten der vorgestellten Modelle besitzen die notwendigen ATEX- Zulassungen für die Verwendung in Ex-Bereichen.

Fazit

Die Auswahl des bestgeeigneten Schmierstoffgebers ist eine Voraussetzung für einen zuverlässigen Betrieb des eingesetzten Gerätes und der Betriebssicherheit der versorgten Schmierstelle.

Bei geschickter Wahl der Geräte, der Schmierstoffe und der Einstellungen lassen sich auch vielfältige Anforderungen versorgen.

Hat man die Randbedingungen gut berücksichtigt und die passende Lösung identifiziert, lassen sich viele Schmierstellen sicher und komfortabel mit Schmierstoffgebern versorgen.

Sollten Sie die Verwendung solcher Geräte planen oder betreiben Sie solche Geräte bereits, haben aber Optimierungswünsche, können wir Ihnen mit umfangreichen Informationen und Erfahrungen helfen.

Sprechen Sie uns dazu einfach an.

Hier können Sie den Geräteflyer herunterladen!

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